Lektüre: Payback-Regel
3. Meistens funktioniert Payback aber nicht
3.1. Problem 1: Grösse der Projekte
Beispiel 4
Betrachten wir die folgenden drei sich gegenseitig ausschliessenden Projekte E, F und G. Wir unterstellen weiterhin, dass die Kapitalkosten 10% betragen.
| Heute | Jahr 1 | Jahr 2 | |
| Projekt E | -10 | 5 | 8 |
| Projekt F | -1'000 | 500 | 800 |
| Projekt G | -10'000 | 5'000 | 8'000 |
Nach der Payback-Regel sind alle drei Projekte identisch, da sie die Investition innerhalb von 2 Jahren zurückzahlen. Die NPV-Regel ist damit nicht ganz einverstanden... Da Projekt G viel grösser ist, hat es auch einen wesentlich höheren NPV!
\(NPV_{E,10\%}=-10+\frac{5}{1.1}+\frac{8}{1.1^2}=1 \)
\(NPV_{F,10\%}=-1'000+\frac{500}{1.1}+\frac{800}{1.1^2}=116 \)
\(NPV_{G,10\%}=-10'000+\frac{5'000}{1.1}+\frac{8'000}{1.1^2}=1'157 \)
Die NPV-Regel bevorzugt eindeutig Projekt G, da es viel mehr Geld wertsteigernd einsetzt als Projekt E. Im Gegensatz dazu kann die Payback-Regel diese Unterscheidung nicht treffen, da sie die Größe der Cashflows ignoriert! Auf das gleiche Problem sind wir bereits im Zusammenhang mit der IRR-Regel gestossen.
Gerade bei Projektalternativen mit unterschiedlichem Investitionsbedarf ist es deshalb besonders wichtig, den NPV separat auszuweisen. Sowohl die IRR-Regel wie auch die Payback-Regel liefern hier nicht genügend Informationen.